Kalt war’s…

Vor einigen Wochen hatten wir uns angemeldet. Damals war es noch warm. Es war zwar schon Herbst, aber die Sonne schien und wir fühlten uns stark.

Am 19.11.2017 war es kalt! Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt trafen wir uns in Kalkar. Wir wussten es wird hart, nass und dreckig. Aber wir wussten nicht wie hart, nass und dreckig es wirklich werden würden.

Um halb zehn Uhr morgens standen wir an der Registrierung zum LakeRun im Kernwasser Wunderland Kalkar: Ramona, Frank und Oliver und von extern Benjamin, Simon und Thomas.

Laut Anmeldung erwartete uns ein 6km Rundkurs mit 40 spannenden und fordernden Hindernissen auf abwechslungsreichem Terrain. Oliver lief als einziger 3 Runden, somit 18km und musste deshalb 30 Minuten früher an den Start. Alle anderen wollten respektable 2 Runden laufen – aber das dachten wir nur…

Als bald war es dann soweit: Oliver stand an der Startlinie und nach einem kurzen Aufwärmprogramm ging es für ihn auf die Strecke. Mit harmlosen Strohballen als erstes Hindernis begann diese recht locker. Aber schon mit dem zweiten Hindernis sollte es nass und kalt werden. Es ging hinein in einen hüfthohen Bach, den man ca. 100m lang durchqueren musste. Wieder hinaus aus dem Wasser und – oh, was ist das? – Wo sind meine Beine? Ich fühle sie nicht mehr…..

Der klirrenden Kälte in den Beinen trotzend ging es weiter auf die Strecke: Es folgten Netze, die zu überklettern waren, Matschgruben, die durch robbt und Container die erklommen werden wollten.

Nach ca. 3 Kilometern lang er wieder vor uns: Der Bach. Zwar waren wir nun einige hundert Meter weiter Flussaufwärts gelandet, dafür ging es nun entgegen der Strömung erneut ca. 100m hinein in das kalte Nass. Zur Freunde alle war hier das Wasser nicht Hüfthoch – Nein, diesmal war es Brusthoch. Der Untergrund tat sein übriges und mit den bereits vollgeschlammten Schuhen war ein gehen kaum möglich. Schwimmen? Kopf unter Wasser? Naja, was sollte man anderes machen. Alles war besser als hier stehen zu blieben. Mit Beifall der Zuschauer die sicherlich keine Vorstellung hatten wie kalt dieses Wasser war schwamm ich flussaufwärts immer das rettenden Ufer und Ziel vor Augen. Endlich stand ich wieder am Ufer. Aber an Entspannung oder gar eine Heizung war nicht zu denken. Es ging weiter.

Wieder folgten einige Kletterhindernisse und eine Slackline, ein Container, der diesmal nur mit einem Seil erklommen werden konnte und ein „Rosenbogen“ der überklettert werden sollte. Und dann – oh Gott – der Rhein. Sie hatten gesagt es würde nass werden, aber der Rhein? Zum Glück ging es nicht in den Rhein. Aber dafür ganz dich am Ufer vorbei. Vorbeifahrende Schiffe huldigten uns und die Besatzungen feuerten uns an. Vielleicht ahnten diese wie kalt der Wind sein kann, wenn man völlig durchnässt ist.

Man hatte uns doch ein abwechslungsreiches Terrain versprochen? Bisher gab es matschige Wiesen und Straßen/Parkplätze. Jetzt sollte noch Sand uns Felsen hinzukommen. Über die Strandlounge und dem Kinderspielplatz des Freizeitparks ging es hinein mitten in die Fahrgeschäfte. Sicherlich, der Park war geschlossen und die Fahrgeschäfte außer Betrieb. Dennoch eine spannende und lustige Streckenführung, bei der man sich an „Parkour“ erinnert fühlte. Ein akustisches Highlight war sicherlich der Kühlturm, in dessen inneren ein Kettenkarussell zu erklettern war. Grandios beeindruckende akustische Phänomene spielten sich hier ab!

Kurz vor dem Ziel gab es dann noch eine Bierfass-Affenschaukel und einer Sprossenleiter, die beide hangelnder weise überwunden werden wollten.

Ziel? Ach, nein, das war ja erst die erste Runde. Nicht müde werdende Zuschauen im Start/Zielbereich feuerten uns weiter an und so ging es mit neuer Energie in die zweite und dritte Runde. Am Ende meiner zweiten Runde sah ich sie dann: Ramona, Frank, Benjamin, Simon und Thomas kämpften sich vorwärts und waren auch dem Ende ihrer ersten Runden recht nah.

Aber irgendwie fühlte es sich zu hart an für „nur“ 6km. Es stellte sich heraus, dass jede einzelne Runde nicht 6km sondern 8km lang war und der Veranstalter uns somit nicht 18km sondern ganze 24km quälen konnte.

Abgekämpft, müde, völlig durchnässt und zuweilen unterkühlt trafen wir uns im Zielbereich allesamt wieder und brauchten jeder ca 3:20 Stunden für die 2 bzw 3 Runden des LakeRun – Kalkar.V

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